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Persönlichkeitsstörungen in Beziehungen:
Ursachen, Auswirkungen und Lösungswege

🎯 Das Wichtigste in Kürze

In Paarbeziehungen können starre Verhaltensmuster zu Missverständnissen, Spannungen und emotionaler Überforderung führen. Begriffe wie Narzissmus oder Borderline werden häufig benutzt, doch dahinter stehen komplexe, oft früh erworbene Muster. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Dynamiken zu erkennen und Orientierung zu finden.

Wichtig: Persönlichkeitsstörungen werden in der Paartherapie nicht diagnostiziert. Dennoch unterstützt eine systemische Beratung dabei, Wechselwirkungen zu verstehen und neue Wege im Umgang zu entwickeln.

Was sind Persönlichkeitsstörungen?

Persönlichkeitsstörungen sind stabile Muster des Denkens, Fühlens und Handelns. Sie prägen, wie Menschen Nähe, Vertrauen und Konflikte erleben. Diese Muster entstehen häufig in der Kindheit oder Jugend und stabilisieren sich im frühen Erwachsenenalter.

Wie beeinflussen Persönlichkeitszüge Beziehungen?

Schon ausgeprägte Persönlichkeitszüge, ohne psychische Störung, können Beziehungen prägen. Ein Partner sucht Nähe, der andere Distanz. Einer klärt sofort, der andere vermeidet. So entstehen wiederkehrende Muster, die ähnliche Konflikte erzeugen.

  • Kommunikationsmuster werden sichtbar und veränderbar.
  • Bedürfnisse und Grenzen lassen sich klarer aussprechen.
  • Verantwortung für eigenes Verhalten wird gestärkt.
  • Neue Formen des Umgangs mit Nähe und Distanz werden möglich.

Beziehungsrelevante Persönlichkeitsstörungen im Überblick

TypTypische Merkmale
Narzisstische PersönlichkeitsstörungGrandioses Selbstbild, Bedürfnis nach Bewunderung, geringe Empathie
Borderline-PersönlichkeitsstörungStarke Emotionen, Verlustangst, instabile Bindungen
Dissoziale PersönlichkeitsstörungImpulsivität, geringe Verantwortlichkeit, Rücksichtslosigkeit
Paranoide PersönlichkeitsstörungMisstrauen, Argwohn, schnelle Kränkbarkeit
Ängstlich-vermeidende PersönlichkeitsstörungScham, Angst vor Ablehnung, Rückzug
Abhängige PersönlichkeitsstörungÜbermäßige Anpassung, Angst vor Alleinsein
Zwanghafte PersönlichkeitsstörungPerfektionismus, Kontrollbedürfnis, geringe Spontanität

👉 Sie erkennen sich in diesen Mustern wieder? Möchten Sie darüber sprechen? Wir helfen Ihnen, Klarheit zu gewinnen.

Narzisstische Muster in Beziehungen

Narzisstische Dynamiken zeigen Schwankungen zwischen Idealisation und Entwertung. Partner erleben häufig Kritik, Schuldzuweisung und wenig Empathie. Grenzen sollten ruhig und klar kommuniziert werden, um Stabilität zu bewahren.

→ Vertiefende Informationen finden Sie auf unserer Themenübersicht zu narzisstischen Beziehungen.

Borderline-Dynamiken in der Partnerschaft

Borderline führt oft zu starken Nähe-Distanz-Schwankungen. Für den Partner wirkt dies belastend und verwirrend. Verlässliche Absprachen und klare Sprache reduzieren Konflikte und schaffen Orientierung.Pillar-Page zu narzisstischen Beziehungen.

Dissoziale Muster

Bei dissozialen Verhaltensweisen treten Grenzverletzungen, geringe Verantwortung und emotionale Distanz auf. Paartherapie klärt, ob eine tragfähige Basis existiert oder ob Schutz und Distanz notwendig sind.

Ängstlich-vermeidende Muster

Scham, Rückzug und Angst prägen diese Dynamiken. Nähe wird gewünscht, aber zugleich gefürchtet. Kleine Schritte, klare Kommunikation und Geduld unterstützen Beziehungssicherheit.

Zwanghafte Muster in Beziehungen

Zwanghafte Strukturen zeigen Perfektionismus, Kontrolle und geringe emotionale Flexibilität. Strukturierte Kommunikation und verlässliche Absprachen entlasten beide Partner.

Typische Interaktionsmuster

Viele Beziehungen folgen Mustern wie Idealisation und Entwertung, Anklammern und Wegstoßen oder Misstrauen und Kontrolle. Diese Muster sind belastend, jedoch veränderbar.

Typische Interaktionsmuster bei Persönlichkeitsstörungen

Warum wir streiten, obwohl wir Nähe wollen

Bindungsangst ist keine Persönlichkeitsstörung. Sie kommt jedoch häufig bei Menschen vor, die durch starre oder verletzungsbedingte Muster geprägt sind. Paare geraten dadurch immer wieder in ähnliche Konfliktspiralen, ohne Ursachen zu erkennen.

Viele beginnen Streit, wenn innere Anspannung entsteht. Der Konflikt schafft unbewusst Distanz und schützt vor Nähe. Nach dem Streit folgen Rückzug oder Funkstille. Diese Dynamiken stammen oft aus früheren Erfahrungen oder inneren Schutzprogrammen.

Nähe entsteht, wenn Bedürfnisse klar und freundlich kommuniziert werden. Ein Satz wie „Ich benötige etwas Zeit für mich und melde mich später“ verhindert Eskalationen und stärkt Vertrauen.

Weiterführende Informationen zu Bindungsangst finden Sie hier und hier.

Ihr Partner hat auffällige Persönlichkeitsmerkmale – was können Sie tun?

Versuchen Sie nicht, Ihren Partner zu therapieren. Klären Sie Ihre Grenzen, achten Sie auf Selbstfürsorge und benennen Sie konkrete Situationen. Veränderungen entstehen nur, wenn beide Verantwortung übernehmen.

  • Eigene Wahrnehmungen klar benennen.
  • Grenzen ruhig und verbindlich kommunizieren.
  • Unterstützung für sich selbst in Anspruch nehmen.
  • Professionelle Hilfe anregen, wenn möglich.

   

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

Wenn Konflikte festgefahren sind, Ohnmacht überwiegt oder Vertrauen wiederholt verletzt wurde, bietet ein Erstgespräch Orientierung. Bei Selbstverletzung, Gewalt oder Sucht ist Unterstützung besonders wichtig.

Hinweis: Paartherapie ergänzt die Einzeltherapie, ersetzt sie jedoch nicht. Klinische Symptome gehören in eine individuelle psychotherapeutische Behandlung.

 

Wie kann Paartherapie helfen?

Systemische Paartherapie betrachtet Muster statt Schuld. Sie unterstützt Paare darin, neue Wege zu finden. Manchmal zeigt sich auch, dass eine Trennung die stimmigste Lösung ist.

Mehr zu unserem Ansatz erfahren Sie hier.

Professionelle Paartherapie – online oder in Präsenz

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